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„Gemeinsam schaffen wir das!“ – Abschluss, Anschluss und Auftakt

Artikel P1120485Wie können Jugendliche mit Lernschwierigkeiten in den Arbeitsmarkt integriert werden? Ein Kooperationsprojekt von Wirtschaft, Schule und Jugendhilfe macht es vor: Am 20.08.2018 erhielten 14 junge Menschen ihre Zeugnisse, 11 davon konnten sich über einen Arbeitsvertrag bei der Berliner Stadtreinigung freuen. Die Kooperation von BSR, GFBM gGmbH, Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Familie, der Firma Gegenbauer sowie der Loschmidt-Oberschule besteht bereits im vierzehnten Durchlauf und leitet mit der Veranstaltung den fünfzehnten Jahrgang ein. Die Erfolgsquote von durchschnittlich rund 70 % spricht für das Konzept.

Auch die Abendschau des rbb berichtete am 20.08.2018 über die Veranstaltung.

Die elf Absolventen von „Gemeinsam schaffen wir das“ haben nun eine Aussicht auf eine feste Anstellung als Straßen- und Grünflächenreiniger. Ehemalige Absolventinnen und Absolventen dieses Integrationsprojektes können sich im Unternehmen weiterentwickeln. Einige bilden sich beispielsweise zu Berufskraftfahrer*innen fort.

Die emotionale Bindung an das Projekt ist groß. Ein ehemaliger Teilnehmer nahm sich extra Urlaub, um der Zeugnisverleihung beizuwohnen, bei der auch sein Cousin unter den Glücklichen war.

„Das langjährig erfolgreiche Projekt zeigt, dass die jungen Menschen ihre Chancen auch nutzen“, sagte BSR-Personalvorstand Martin Urban. Dem neuen Jahrgang in den ersten Reihen ist anzusehen, dass sie mit Respekt auf die Absolventen schauen und hoffen, im nächsten Jahr selbst zu den Erfolgreichen zu gehören.

Anfang und Ende

Das Erprobungsjahr ist kein Zuckerschlecken. Punkt sechs Uhr in der Frühe beginnt die Arbeit und das bei jedem Wetter, eine Herausforderung für die Teilnehmer*innen wie drei von ihnen im Interview bestätigten. „Man gewöhnt sich daran“, sagte ein junger Mann. „So wie man sich an Minus sechszehn Grad gewöhnt hat, gewöhnt man auch auch an 38 Grad.“ Größter Motivator für alle ist der Zusammenhalt im Team. Die Teamarbeit ist eine neue Erfahrung und macht allen Spaß. In einer Chat-Gruppe prüfen die Teilnehmer morgens gegenseitig, ob alle wach sind. Wer nicht reagiert, wird aus dem Bett geklingelt.
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Sozialpädagogisch betreut werden die jungen Erwachsenen von den Mitarbeiterinnen der Gemeinnützigen Gesellschaft für berufsbildenden Maßnahmen mbH, Judith Hochstein und Susanne Kuby. Frau Kuby stand bei der diesjährigen Veranstaltung Rede und Antwort. „Unser Ziel ist es, die jungen Leute bei ihrem Ziel zum Arbeitsvertrag zu begleiten“, sagte Kuby. Besonders wichtig sei es, den Jugendlichen zuzuhören, wenn Schwierigkeiten auftreten. Nur so könne man beispielsweise den wahren Gründen für häufiges Zuspätkommen auf den Grund gehen.

Gemeinsam schaffen wir das

„14 Jahre ‚Gemeinsam schaffen wir das!‘ stehen für eine vorbildliche Berufsvorbereitung. Das Projekt verzahnt die betriebliche Praxis mit dem Berufsschulunterricht und ermöglicht eine optimale sozialpädagogische Begleitung“, freute sich Kerstin Stappenbeck, Referatsleiterin in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.