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Sprach- und Integrationsmittler*in – Neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt

Die SprInt-Qualifizierung ist eine innovative berufliche Weiterbildung, die sich vor allem an Personen mit Migrationshintergrund richtet, die über (akademische) Berufsqualifikationen bzw. einschlägige Erfahrungen im Bereich Sprachmittlung oder Integrationsbegleitung verfügen, beispielsweise aufgrund von ehrenamtlicher Tätigkeit oder Beschäftigung in Projekten.

Obwohl „Sprach- und Integrationsmittler*innen (Sprints)“ in aktuellen Stellenanzeigen noch nicht immer unter dieser Bezeichnung gesucht werden, gibt es zunehmend häufig Ausschreibungen, die explizit mehrsprachige Angestellte für die soziale Begleitung Geflüchteter suchen.

SprInts können sich ebenfalls im Bereich Fach-Dolmetschen bzw. als Integrationslots*innen bewerben. Damit verfügen SprInt-Absolventen*innen nach erfolgreicher Prüfung über Schlüsselkompetenzen, die ihnen realistische Arbeitsmarkt-Chancen eröffnen.
Die SprInt-Teilnehmer*innen erwerben umfassende Kompetenzen, um – auch auf Basis ihrer spezifischen Vorerfahrungen und vorhandenen Qualifikationen – ein individuelles, marktgängiges Leistungsprofil zu entwickeln. So können sie sich in die zunehmend ausdifferenzierte Beratungs- und Betreuungslandschaft für Zuwandernde und Menschen mit Migrationshintergrund einbringen. Sie können nicht nur in Beratungsstellen, Projekten, Aufnahmelagern, Tageseinrichtungen, sondern auch bei Bildungsträgern oder Wohnungsbaugesellschaften feste Anstellungen in Voll- oder Teilzeit bekommen.

Dies skizziert das Spektrum des Bedarfs an sprachlicher und kultureller Integrationsbegleitung, der nun mit einer qualitativ abgesicherten Qualifikation gedeckt werden kann. Was die Einsatzmöglichkeiten der „SprInts“ betrifft, verzeichnet beispielsweise Berlin pro Jahr steigende Zahlen an Stellenangeboten, die ein wachsendes Bewusstsein für die notwendige Professionalisierung im Integrationsbereich signalisieren. 2016 hat der Berliner Gemeindedolmetschdienst (u. a. Koordinierungsstelle für SprInt-Aufträge) über 14.000 bezahlte Einsätze vermerkt und seit Oktober 2016 mehr als 20 „Gesundheitsdolmetscher“ fest angestellt.

Außerdem bestehen gute Chancen, Stellen für SprInts in geförderten Projekten freier Träger einzurichten. Ein Übergang für frisch qualifizierte SprInts in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse ist also in vielen Fällen wahrscheinlich, da derzeit nicht nur die Aufgaben für Sprach- und Integrationsmittler*innen, sondern auch die Möglichkeiten für Festanstellungen zunehmen. Aus den ersten fünf Berliner SprInt-Kursen, die bis Februar 2018 erfolgreich abgeschlossen wurden, sind bereits viele der Teilnehmenden in langfristige Beschäftigungsverhältnisse eingemündet.
Aufgrund der aktuellen Flüchtlings-/Migrations-Situation und der weiterhin zu erwartenden Entwicklung besteht auch langfristig ein stabiler oder wachsender Bedarf an professionellen Integrationsfachkräften.
Die Absolventen*innen von SprInt-Kursen werden bereits während der Qualifizierung an den Arbeitsmarkt herangeführt. Sie werden während der 18 Monate ihrer Weiterbildung im Rahmen von Praktika (insgesamt 588 Std.) in Institutionen der drei primären Handlungsfelder von SprInt – Gesundheit, Soziales und Bildung – eingesetzt. Auf diese Weise können sie für die Dienstleistungen und Vorteile des Einsatzes von Sprach- und Integrationsmittler*innen ein gutes Beispiel geben bzw. sich mit ihren persönlichen Kompetenzen gegenüber potenziellen Arbeitgebern darstellen, wie es kaum einem*r Bewerber*in sonst auf andere Weise gelingt.
Das SprInt-Zertifikat ist für viele Bewerber*innen die entscheidende Schlüsselqualifikation, mit der ihre vielfach bereits im Ausland erworbenen (jedoch hier oft nicht anerkannten) Berufsqualifikationen aufgewertet werden, wodurch ein neuer Zugang zum 1. Arbeitsmarkt in Deutschland auf einem einkommenssichernden Niveau möglich wird.
Der das Projekt begleitende Fachbeirat für Berlin und Brandenburg macht das Berufsbild „SprInt“ in o. g. Arbeitsfeldern bei Kooperationspartnern und Arbeitgebern bekannt, um die Einrichtung von Stellen und Budgets in den betreffenden Handlungsfeldern zu unterstützen und das Konzept weiterzuentwickeln. Auch dadurch steigt die Arbeitsmarktrelevanz der SprInt-Qualifizierung.

16.04.18 Start neuer Durchgang SprInt

Nachfolgend einige Beispiele zu Arbeitgebern von bisherigen Beschäftigungsverhältnissen in Berlin-Brandenburg und bundesweit:
Berlin:

Weitere Vermittlungsagenturen, die Sprachmittler auch fest anstellen, sind unter folgendem Link ersichtlich:
https://www.sprachundintegrationsmittler.org/vermittlungsservice/

Jochen Köhler/Gesine Reinicke
Mobil: 0176 345 810 59
Mobil: 0176 346 024 19
E-Mail: koehler@gfbm.de
E-Mail: reinicke@gfbm.de